Freiwillige im Gespräch - Peter Bachmaier - Freiwilliger im Hilfswerk Salzburg

Warum engagieren Sie sich freiwillig?

Es geht mir sowohl in materieller als auch in gesundheitlicher Hinsicht sehr gut. Dafür bin ich dankbar und möchte aus dieser Dankbarkeit heraus all jene Menschen unterstützen, die nicht dieses Glück haben. Gerade in Zeiten, in denen materielle Werte an erster Stelle stehen und das Streben nach persönlichem, schnellen Glück die Nächstenliebe, das Vertrauen und die Verantwortung unseren Mitmenschen gegenüber in den Hintergrund treten lassen, ist es unerlässlich, durch persönliches Engagement auf diese Defizite aufmerksam zu machen.

Wie sind Sie zu Ihrem Engagement beim Hilfswerk gekommen?

Ich komme ursprünglich aus Linz und hatte mich dort schon für das Rote Kreuz und Essen auf Rädern engagiert. Nach unserem Umzug in den Lungau sind wir durch ein Inserat auf das Hilfswerk aufmerksam geworden. Darin wurde ein Sachwalter gesucht. Diese Funktion habe ich dann übernommen. Und in der Folge hat es sich nach und nach ergeben, dass auch noch andere freiwillige Tätigkeiten dazu gekommen sind.

Seit wann und in welchem Umfang engagieren Sie sich heute im Hilfswerk?

Ich bin jetzt seit 2009 freiwillig im Hilfswerk Salzburg bzw. in der Region Lungau tätig. Ich bin dabei viel als Fahrer für Essen auf Rädern im Einsatz. Zudem fungiere ich als Sachwalter und unterstütze auch immer wieder die Tagesbetreuung im Hilfswerk Tageszentrum Mauterndorf durch Fahrtendienste. In Summe komme ich wohl so auf 25 bis 30 Wochenstunden. Den Rest fülle ich mit meinem Freiwilligendienst beim Roten Kreuz im Lungau auf (lacht).

Was sind besonders schöne Momente?

Besonders schöne Momente, die erfahre ich dann, wenn mir durch ein freundliches Wort, einen herzlichen Händedruck oder auch nur einen warmherzigen Blick gezeigt wird, das mein Engagement den Menschen denen ich begegne geholfen hat.

Sind Sie auch mit anderen Freiwilligen im Austausch?

Ja, es ergeben sich eigentlich regelmäßig Kontakte mit anderen Freiwilligen. In Regionen wie dem Lungau trifft man sich immer wieder. Man plaudert und man tauscht Erfahrungen aus – positive wie negative. Das bestärkt einen schon auch in dem, was man tut.

Wie erleben Sie die Zusammenarbeit mit den Hauptamtlichen, also Mitarbeiter/innen des Hilfswerks?

Mit den hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Hilfswerks habe ich immer beste Erfahrungen machen können. Uns verbindet ein durchwegs amikales, freundschafltiches Verhältnis. Auch aufgrund der gegenseitigen Wertschätzung. Ja, die Zusammenarbeit funktioniert wirklich sehr gut.

Was möchten Sie anderen mitgeben, die sich noch nicht freiwillig engagieren, diesen Schritt aber gehen möchten? Welche Tipps würden Sie geben?

All jenen, die sich noch nicht freiwillig engagieren möchte ich mitgeben, dass sich durch ehrenamtliche Tätigkeiten die eigene Lebensqualität enorm verbessert. Man erhält eine neue und durchaus positive Sichtweise auf das eigene Leben und Erleben. So betrachtet ist das Engagement also nicht nur „freiwillig“ sondern auch ein bisschen „egoistisch“!

Wie schätzen Sie die Zukunft von Freiwilligenarbeit ein? Wird sie wichtiger? Mehr oder weniger? Was wäre Ihr Wunsch?

Freiwilligenarbeit ist, bleibt und wird immer wichtiger in der Zukunft. Mein Wunsch wäre, dass die Menschen weniger darauf achten, was alles schlecht ist in unserer Zeit und stattdessen mehr darüber nachdenken, wie sie durch Eigeninitiative und Engagement die Welt um sich herum ein wenig besser machen können.

Das Interview wurde im August 2016 von Mag.a Angelika Spraider geführt

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