FreiwilligenkoordinatorInnen im Gespräch – Irmgard Miksche-Schelnhammer, Caritas Salzburg

Frau Miksche-Schelnhammer, Sie arbeiten in einem relativ neuen Projekt der Caritas Salzburg, würden Sie uns das bitte kurz beschreiben und uns Ihren Aufgabenbereich skizzieren?

Das Projekt heißt Betreutes Wohnen für SeniorInnen, kurz BEWO und Stützpunktwohnen Obermoos und wurde Anfang Dezember 2016 eröffnet.

Was genau versteht man unter Stützpunktwohnen?

Die Idee ist, dass Menschen aller Altersgruppen mit psychischer Beeinträchtigung ein selbstständiges Wohnen ermöglicht werden soll. Integriert in eine Wohnanlage werden barrierefreie Wohnungen zur Verfügung gestellt. Als begleitende Maßnahme dient ein Betreuungsstützpunkt,  der aus einem Büro und einem Gemeinschaftsraum mit integrierter Gemeinschaftsküche besteht.

Wir MitarbeiterInnen im Stützpunkt organisieren Hilfsangebote, vernetzen mit anderen Einrichtungen der psychosozialen Versorgung und bieten je nach individuellem Bedarf weitere Unterstützungsleistungen an.

Wie oft die BewohnerInnen den Stützpunkt nutzen, entscheiden sie selbst. Bei Rückzugstendenzen suchen wir MitarbeiterInnen einen aktiven Zugang.

Neben dem Angebot von Gruppenaktivitäten im Stützpunkt sind vor allem der Aufbau und die Pflege von sozialen Kontakten, gelingende Integration in die Wohnanlage, Anregung von Freizeitaktivitäten, Unterstützung bei Behördengängen und natürlich auch Unterstützung bei Krisensituationen vorrangige Ziele.

Für diese Gesprächsreihe ist natürlich vor allem auch Ihre Rolle als Freiwilligenkoordinatorin wichtig. Wie können sich Freiwillige im BEWO und im Stützpunktwohnen einbringen? Gibt es da schon erste Erfahrungen?

Ja, bei uns sind bereits mehrere Freiwillige im Einsatz. Da ist einmal ein pensionierter Universitätsprofessor, der handwerkliche Hilfe anbietet. Speziell bei den StützpunktbewohnerInnen kommt er aufgrund seiner ruhigen und einfühlsamen Art sehr gut an.

Dann gibt es eine junge Chorleiterin, von der ich noch extra erzählen werde.

Weiters eine pensionierte Volksschullehrerin, die Bastelvormittage anbietet. Seidenmalerei, Basteln von Schlüsselanhängern oder Schnullerketten für die Enkelkinder stand schon auf dem Programm, das nächste werden dann Mosaikarbeiten sein.

Besonders freut es mich, dass es auch zwei Freiwillige aus dem BEWO gibt, die sehr gute Kuchen für die gemeinsamen Nachmittagskaffees backen.

Und Ayad Salim, der in der Caritas das Freiwillige Integrationsjahr macht. Ayad ist ein besonderer Gewinn für uns, weil er sehr offen ist und uns auch seine Kultur näher bringt, so gibt es regelmäßig „Kochen mit Ayad“ mit typischen Speisen und Getränken aus dem Irak. Der er beruflich als Journalist tätig war und eine eigene Fernsehsendung hatte, unterstützt er uns mit Fotografie, Film usw. für die Wohnanlage und er packt auch sonst überall mit an.

Schön, dass das alles in relativ kurzer Zeit schon entstehen konnte! -  Frau Miksche, Sie haben gerade den „Lehrgang für Freiwilligenkoordination“ abgeschlossen und im Rahmen der Ausbildung auch eine interessante Projektarbeit verfasst. Was ist der Schwerpunkt bei diesem Projekt?

Das Thema meiner Arbeit beschreibt den Aufbau des Singkreises Obermoos, es geht um ein Angebot für die BewohnerInnen zum gemeinsamen Singen. Es ist uns ein Anliegen, dass wir mit dem Singkreis alle BewohnerInnen ansprechen können, die einfach Freude am Mitwirken in einem kleinen Chor haben und wir freuen uns, dass wir damit eine weitere Freizeitaktivität anbieten können. Es konnte eine freiwillige Chorleiterin gefunden werden, die allerdings jetzt nur interimistisch diese Aufgabe wahrnehmen kann, wir suchen daher noch eine oder einen Freiwilligen für die Chorleitung.

Wie haben Sie den Lehrgang für Freiwilligenkoordination insgesamt erlebt?

Der Lehrgang war sehr informativ, ich fand es sehr interessant, dabei auch so viele unterschiedliche soziale Einrichtungen kennenzulernen. Mir gefiel der achtsame Umgang miteinander, ich denke, bei Menschen, die alle im Sozialbereich tätig sind, gibt es einen gleichen Grundtenor und der war in dem Fall die Basis für das gute Klima und das Verstehen innerhalb der Gruppe.

Einzelne Module und einzelne ReferentInnen haben mir sehr gut gefallen. Ich kann vieles in die Praxis mitnehmen, habe neue Ideen und Anregungen bekommen, auch die Möglichkeit zur Vernetzung mit den anderen TeilnehmerInnen konnte ich gut nutzen.

Herzlichen Dank für dieses Feedback zum Lehrgang und für das Gespräch!

Das Interview wurde von Ingrid Ebner Anfang Juli 2017 geführt.

 

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